
Quelle: Rudolf Karliczek/WEVG
Stahlwerkswärme für Fernwärme
Salzgitter
KWK-Kraftwerk der Salzgitter Flachstahl GmbH (erzeugt gleichzeitig Strom zur Eigenverwendung und Fernwärme aus Kuppelgasen); Heißwasser-Transport über das WEVG-Fernwärmenetz; Übergabestationen bzw. moderne Fernwärmekompaktstationen bei den Kunden
in Betrieb
2024
Gebäudebeheizung
90km
Fernwärmenetz
Schulen, Wohnhäuser
In Salzgitter haben sich die Salzgitter AG, der lokale Energieversorger WEVG, die Avacon AG und die Stadt Salzgitter zusammengetan, um die kommunale Wärmeversorgung in eine klimaneutrale Zukunft zu führen. Bereits heute stammt die Fernwärme für rund 1.100 Privatkunden, 100 Gewerbeeinheiten und 7 Wohnungswirtschaftsunternehmen aus dem Kraftwerk der Salzgitter Flachstahl GmbH – mit einem in Deutschland einzigartigen Primärenergiefaktor von Null. Startpunkt der Ausbauoffensive ist Salzgitter-Lebenstedt, der einwohnerstärkste Stadtteil, wo bereits eine gut dimensionierte Fernwärmetrasse das integrierte Hüttenwerk mit dem Stadtteil verbindet.
Technik
Das Kraftwerk der Salzgitter Flachstahl GmbH nutzt die bei der Stahlerzeugung anfallenden Kuppelgase – Hochofen-, Stahlwerks- und Kokereigas – als Brennstoff für eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage, die gleichzeitig Strom zur Eigenverwendung und Fernwärme erzeugt. Diese schon heute klimafreundliche Energie wird über das WEVG-Fernwärmenetz – ein Primärnetz plus acht Sekundärnetze mit einer Gesamttrassenlänge von rund 90 km – als Heißwasser bis in die Haushalte und Unternehmen transportiert. Im Zuge der Transformation des Hüttenwerks im Rahmen des Programms SALCOS® (Salzgitter Low CO2 Steelmaking) soll diese Kuppelgas-Nutzung bis 2033 zunehmend durch echte industrielle Abwärme aus den neuen, grünen Produktionsanlagen ersetzt werden – die Fernwärmeversorgung wird dadurch nicht nur erhalten, sondern weiter ausgebaut.
Kommunikation
Oberbürgermeister Frank Klingebiel sieht in der Umstellung in Salzgitter-Lebenstedt eine schnelle und große Wirkung und kündigte an, das Fernwärmenetz dort ab 2024 deutlich auszubauen, um viele weitere bislang mit Erdgas beheizte Gebäude anzuschließen – Salzgitter solle dadurch eine bundesweite Vorreiterrolle bei der Nutzung industrieller Abwärme übernehmen. Salzgitter-AG-Vorstandsvorsitzender Gunnar Groebler betont den klaren Standortvorteil durch die „grüne" Fernwärme aus dem eigenen Konzern, während Avacon-Vorstandsvorsitzender Marten Bunnemann das Projekt als Beispiel dafür hervorhebt, wie die Energiewende gelingt, „wenn Industrie, Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen". WEVG-Geschäftsführer Rainer Krause berichtet zudem von wachsender Nachfrage potenzieller Wärmekunden infolge veränderter politischer Rahmenbedingungen.
Kontakt
Referenz

WEVG
Die WEVG Salzgitter GmbH & Co. KG ist der lokal verwurzelte Energieversorger der Stadt Salzgitter und beliefert mit rund 260 Mitarbeitenden Haushalte, Industrie, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen mit Erdgas, Strom, Wärme und Trinkwasser.

